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„Herta
Müllers hellhörige lyrische Prosa ist durch die Schule der
Todesangst gegangen. Man sieht durch sie das Weiße im Auge der
Macht und jene grellen Farben der Existenz, die unterm
Verpackungsdesign der Gewohnheit verborgen sind. Dichtung, die
nicht als Gelenkstelle einen Schmerz hat, ist langweilig. Hier
ist er alles andere als ausgesprochen: Er ist physisch da.“
Andrea Köhler,
Neue Zürcher Zeitung (21/4/2001)
„Seltsam und
liebenswürdig ist diese Autorin, die im literarischen Leben
Berlins bisweilen mit verschmitztem Lächeln anzutreffen ist;
doch in ihren Essays verschlägt es dem Leser das Lachen. Hier
schreibt jemand, der an die Gerechtigkeit glaubt und der jeden
Satz zum Zeugen dafür aufrufen möchte, wie es wirklich war in
dem Land, in dem an jeder Straßenecke die täglichen Lügen aus
den Staatslautsprechern bellten und in dem die Regierung die
Wintertemperaturen im Wetterbericht um zehn Grad erhöhte, auf
dass die Genossen Bürger nicht so froren.“
Michael Naumann,
Die Zeit (5/2/2004)
„Herta
Müllers Werk - und das hohe Wort ist inzwischen sehr wohl
angebracht - ist ein unübersehbarer literarischer
Erinnerungsposten in der Geschichte des politischen Terrors. Das
Unsägliche von alltäglicher Angst in diktatorischer
Gesellschaft, von Arrest, Folter und Mord auf eigentümliche
Weise buchstäblich zur Sprache zu bringen ist die Kunst dieser
Autorin. Mit den Augen der Opfer schaut sie auf die politischen
Herren der Furcht und nennt sie beim Namen. Sie ist einer der
bedeutenden dichtenden Zeugen unserer unseligen Epoche.“
Michael Naumann,
Die Zeit (20/8/2009)
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