Wenn junge Menschen aus drei Ländern gemeinsam an einem Tisch sitzen, Visionen für die Zukunft entwerfen und durch bayerische Geschichte spazieren, dann ist das Europa, wie es lebendiger kaum sein kann. In der Woche vom 3.- 9. Mai begrüßte das Werner-von-Siemens-Gymnasium Gäste aus Italien und Griechenland im Rahmen eines Erasmus+-Projekts. Der Besuch war der langersehnte Höhepunkt eines internationalen Austauschs: Nach den eigenen Reisen zu den Partnern – die italienische Gruppe besuchte man in diesem Jahr, die griechischen Freunde im vergangenen – stand nun der Gegenbesuch an.
Insgesamt 18 deutsche Schülerinnen und Schüler hießen ihre Gäste willkommen: 8 Schülerinnen und Schüler vom 1st Gymnasio of Agios Nikolaos (Kreta) sowie 9 italienische Gäste vom Liceo Classico e Musicale „D. Cirillo“ (Aversa), jeweils begleitet von zwei Lehrkräften.
Den Auftakt machte am Montag Schulleiter Stefan Reutner mit einer herzlichen Begrüßung. „Glück“ stand anschließend ganz oben auf dem Stundenplan: Unter der Leitung von Frau Ratei, Frau Ritter und Frau Dürnberger reflektierten die Jugendlichen ihre Wünsche und Ziele und hielten diese in beeindruckenden Vision-Board-Collagen fest. Am Nachmittag wurde es sportlich und geschichtsträchtig: Bei einer Stadtrallye durch Weißenburg erklommen die Gäste den Andreasturm, probierten originalgetreue Römerhelme im Museum an und genossen bei sommerlichem Wetter eine wohlverdiente Kugel Eis.
Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Technik und Sprache. Nach einer Deutschstunde bei Herrn Schart ging es direkt in die bayerische Industriegeschichte: Bei einer Führung durch die Audi-Produktion und das Audi-Museum erlebten die Jugendlichen modernste Automobiltechnik hautnah.
Die Reise durch das mittelfränkische Umland führte die Gruppe am Mittwoch nach Rothenburg ob der Tauber, fachkundig begleitet von Herrn Höller.
Am Donnerstag folgte ein nachdenklicher Blick in die deutsche Vergangenheit: Eine Führung über das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg erinnerte an die düsteren Kapitel der Geschichte, bevor die Jugendlichen die Nürnberger Innenstadt auf eigene Faust erkunden konnten.
Der Freitag stand unter dem Motto „Medien gestalten“. In einem Workshop unter der Leitung von Frau Endres entstanden kreative Comics über den Austausch sowie professionell anmutende Filmtrailer, die das Erlebte auf moderne Weise festhielten. Im Anschluss tauchten die Jugendlichen am Nachmittag tief in die Geschichte ein und besuchten bei einer fachkundigen Führung die Römischen Thermen.
Krönender Abschluss war der gemeinsame Abend, an dem Schulleiter Stefan Reutner die Erasmus+-Zertifikate verlieh. Bei einem Buffet und der Prämierung des „besten Partnerfotos“ wurde deutlich: Hier wurden nicht nur Projekte bearbeitet, sondern neue Freundschaften geschlossen.
Ein gelungener Austausch, der einmal mehr zeigt, wie wertvoll das Erasmus+-Programm für das gegenseitige Verständnis in Europa ist.










