Texte die gut tun

    Sammlung von Texten, die gut tun können:

     

    Die Seligpreisungen

    1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. 4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. 6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. 7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. 9 Selig sind die Friedfertigen;1 denn sie werden Gottes Kinder heißen. 10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. 11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. 12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

     

    Der gute Hirte
    1 "Ein Psalm Davids." Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. 3 Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. 4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. 5 Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. 6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

     

    Christen und Heiden

    Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
    flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot,
    um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
    So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.

    Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
    finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
    sehn ihn verschlungen von Sünde,
    Schwachheit und Tod.

    Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
    sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,
    stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod
    und vergibt ihnen beiden.

    Dietrich Bonhoeffer

     

     

    Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
    ich träte aus meiner Zelle
    gelassen und heiter und fest
    wie ein Gutsherr aus seinem Schloß

    Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
    ich spräche mit meinen Bewachern
    frei und freundlich und klar,
    als hätte ich zu gebieten.

    Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
    ich trüge die Tage des Unglücks
    gleichmütig, lächelnd und stolz,
    wie einer, der Siegen gewohnt ist. Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
    Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?
    Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
    ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
    hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
    dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
    zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
    umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
    ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
    müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
    matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

    Wer bin ich? Der oder jener?
    Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
    Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler und vor

    mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
    Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
    das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?

    Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
    Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

    Dietrich Bonhoeffer

     

    Geh gelassen deinen Weg inmitten von Lärm und Rastlosigkeit und vergiss nie, wie viel Frieden du in der Stille finden kannst.

    Soweit möglich, das heißt, ohne dich selbst zu verleugnen, stell dich gut mit allen Menschen. Sprich deine Wahrheit ruhig und unzweideutig aus und hör den anderen zu, die Dummen und die Schwätzer nicht ausgenommen, auch sie haben dir etwas mitzuteilen.

    Geh lauten und aggressiven Menschen aus dem Weg, sie sind eine Plage für den Geist.

    Wenn du dich selbst mit anderen vergleichst, könntest du hochmütig oder verbittert werden: denn stets wird es Menschen geben, die dir unter- oder überlegen sind. Freu dich aber ganz unbefangen deiner Erfolge und auch deiner Pläne.

    Vernachlässige deinen Beruf nicht, sei er auch noch so bescheiden; er ist dein einziges unveräußerliches Besitztum in den wechselnden Glücksfällen des Lebens. Übe Vorsicht in geschäftlichen Angelegenheiten, denn die Welt ist voller Betrug. Lass dich hierdurch andererseits nicht blind machen für die Tatsache, dass es auch große Tugendhaftigkeit gibt: Viele Menschen streben nach hohen Idealen, und überall lassen sich Mut und Standhaftigkeit antreffen.

    Sei, der du bist.

    Heuchle insbesondere niemals Zuneigung.

    Sei auch nicht zynisch in Fragen der Liebe, denn in dieser Welt der Gefühlskälte und der Enttäuschungen ist allein sie es, die überdauert – gleich dem immergrünen Gras.

    Nimm ohne Murren an die Lehren aus deinen ständig wachsenden Lebenserfahrungen und trenne dich mit Würde von dem, was dir in deiner Jugend wichtig war.

    Stärke deine geistigen Widerstandskräfte, damit du in plötzlichem Unglück gewappnet dastehst.

    Quäle dich nicht mit den Ausschweifungen deiner Fantasie. Viele Ängste entstehen aus Erschöpfung oder Einsamkeit. Übe eine gesunde Selbstdisziplin, sei aber auch nicht allzu streng mit dir selbst.

    Du bist ein Kind des Universums, nicht minder als die Bäume und die Sterne; du hast ein Recht, hier zu sein.

    Und ob du dir dessen bewusst bist oder nicht, alles nimmt schon seinen richtigen Lauf.

    Lebe daher in Frieden mit Gott, welche Vorstellungen auch immer du von ihm hast. Und was auch immer dein Mühen und Trachten, halte Frieden mit deiner Seele inmitten aller Friedlosigkeit des Lebens.

    Trotz all ihrer Falschheit, ihrer Mühsal und ihrer zerschlagenen Hoffnungen ist sie schön, unsere Welt.

     

    Sei bedachtsam. Versuche, glücklich zu sein.

     

    Gefunden in der alten St.-Pauls-Kirche in Baltimore, datiert 1692, aus dem Englischen übersetzt.

     

     

     

    WAS WIRKLICH IST..

     

     

     

    Es interessiert mich nicht, womit Du Deinen Lebensunterhalt verdienst.

    Ich möchte wissen, wonach Du innerlich schreist und ob Du zu träumen wagst, der Sehnsucht Deines Herzens zu begegnen.

     

    Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.

    Ich will wissen, ob Du es riskierst, wie ein Narr auszusehen, um Deiner Liebe willen,

    um Deiner Träume willen und für das Abenteuer Deines Lebendigseins.

     

    Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu Deinem Mond stehen.

    Ich will wissen, ob du den tiefsten Punkt deines eigenen Leidens berührt hast, ob Du geöffnet worden bist von all dem Verrat, oder ob Du zusammen
    gezogen und verschlossen bist aus Angst vor weiterer Qual.

     

    Ich will wissen, ob du mit dem Schmerz - meinem und Deinem – dasitzen kannst, ohne zu versuchen, ihn zu verbergen oder zu mindern oder ihn zu beseitigen.

     

    Ich will wissen, ob Du mit Freude - meiner und Deiner - dasitzen kannst, ob Du mit Wildheit tanzen und Dich von der Ekstase erfüllen lassen kannst, von den Fingerspitzen bis zu den Zehenspitzen, ohne uns zur Vorsicht zu ermahnen, zur Vernunft oder die Grenzen des Menschseins zu bedenken.

     

    Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die Du erzählst, wahr ist. 

    Ich will wissen, ob Du jemanden enttäuschen kannst, um Dir selber treu zu sein. Ob Du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht Deine eigene Seele verrätst.

     

    Ich will wissen ob Du vertrauensvoll sein kannst und von daher vertrauenswürdig.

     

    Ich will wissen, ob Du die Schönheit sehen kannst, auch, wenn es nicht jeden Tag schön ist und ob du Dein Leben aus Gottes Gegenwart speisen kannst.

     

    Ich will wissen, ob Du mit dem Scheitern - meinem und Deinem - leben kannst und trotzdem am Rande des Sees stehen bleibst und zu dem Silber des Vollmonds rufst: Ja!

     

    Es interessiert mich nicht zu erfahren, wo Du lebst und wie viel Geld Du hast.

    Ich will wissen, ob Du aufstehen kannst nach einer Nacht der Trauer und Verzweiflung, erschöpft und bis auf die Knochen zerschlagen und tust, was für die Kinder getan werden muss.

     

    Es interessiert mich nicht, wer Du bist und wie Du hergekommen bist.

    Ich will wissen, ob Du mit mir in der Mitte des Feuers stehen wirst und nicht zurückschreckst.

     

    Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem Du gelernt hast.

    Ich will wissen, was Dich von innen hält, wenn sonst alles wegfällt.

    Ich will wissen, ob Du allein sein kannst und in den leeren Momenten wirklich gern mit Dir zusammen bist.

      

    (Text von: Oriah Dreamer)