Entsprechend der praxisorientierten Inhalte im Lehrplan Plus der 12. Jahrgangsstufe konnte die Fachschaft Biologie den Schülerinnen und Schülern der Q12 auch in diesem Jahr wieder ein ganz besonderes, in den vergangenen Jahren bereits mehrfach bewährtes Projekt anbieten: in Zusammenarbeit mit der TUM School of Education und in Kooperation mit der Amgen Stiftung durften alle „Biologen“ zur Förderung ihrer wissenschaftlichen Kompetenz in einem zweitägigen Praktikum wesentliche Inhalte der Genetik der 12. Jahrgangsstufe selbstständig er- und bearbeiten: die eigene DNA wurde auf das Vorhandensein eines Allels, welches für einen Geschmacksrezeptor im Bereich der bitteren Geschmackwahrnehmung verantwortlich ist, untersucht. Die Frage lautete also: Bin ich Schmecker oder Nicht-Schmecker?
Am ersten Praktikumstag erwartete die Fachbetreuerin Biologie, Frau StDin Claudia Breutel-Egner, die teilnehmenden 58 Schülerinnen und Schüler im Raum 006. Dort begann das Praktikum mit der Wiederholung und Vertiefung der fachwissenschaftlichen Grundlagen sowie der Besprechung der wichtigsten Sicherheits- und Hygieneregeln, die bei der Durchführung dieses Praktikums unbedingt eingehalten werden mussten. Danach verteilten sich die Schülerinnen und Schüler auf drei Praktikumssäle, die bereits in der Vorwoche von der Fachschaft Biologie vorbereitet worden waren. Hier starteten die Schüler mit dem praktischen Teil der Veranstaltung unter der fachkundigen Betreuung durch die Fachlehrkräfte, Frau StDin Claudia Breutel-Egner, Herrn OStR Matthias Gerstner, Frau OStRin Yvonne Hofer, Frau OStRin Franziska Harrer, Frau StRin Tanja Uffelmann, Herrn StR Andreas Schlund, Herrn StR Andreas Käsbauer sowie Frau StRefin Rebecca Reum und Herrn StR Lukas Mederer.
Zunächst isolierte jede Schülerin/ jeder Schüler in mehreren Arbeitsschritten die eigene DNA aus Mundschleimhautzellen. Um für die weiteren Schritte ausreichend Material zur Verfügung zu haben, wurde die DNA dieser Probe mit Hilfe des aus der Coronapandemie auch dem Laien bekannten PCR-Verfahrens milliardenfach vervielfacht, Während der PCR, die immerhin eineinhalb Stunden benötigte, wurden die fachwissenschaftlichen Grundlagen weiter besprochen und vertieft.
Am Ende des ersten Tages hielt schließlich jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer einen „PCR-Cup“ mit einer Lösung der persönlichen, vervielfältigten DNA, welche für das weitere Vorgehen gekühlt aufbewahrt wurde, in Händen.
Der zweite Praktikumstag begann nach einer kurzen Wiederholung der Tätigkeiten des ersten Tages und einem Überblick über die noch verbleibenden Tätigkeiten mit dem „Gießen“ der für die Auftrennung und Identifizierung der DNA-Abschnitte nötigen Agarose-Gele. Danach wurde die DNA-Probe vom Vortag mit einem speziellen Restriktionsenzym, einer „genetischen Schere“ deren Schnittstelle genau im „Schmecker-Allel“ liegt, behandelt. Nach diesen „Vorarbeiten“ wurden die gewonnenen DNA-Stücke mittels Gelelektrophorese auf den Agarosegelen aufgetrennt und nach einer Laufzeit von 45 Minuten kam der spannende Moment – bin ich Schmecker oder Nicht-Schmecker?
Die Ergebnisse wurden verglichen, interpretiert und diskutiert. Erfreulicherweise waren unsere Schülerinnen und Schüler auch in diesem Jahr wieder sehr geschickte Experimentatoren, so dass wir in den allermeisten Fällen gut zuordenbare Ergebnisse beobachten konnten. Nach all den vielen einzelnen Arbeitsschritten eine großartige Leistung, auf die die betreuenden Fachlehrkräfte wirklich stolz sind! Dies wurde in der gemeinsamen Feedbackrunde nach dem Aufräumen auch thematisiert. Von Seiten der Schülerinnen und Schüler wurde die Möglichkeit, theoretische Inhalte auf universitärem Standard selbst zu erarbeiten und etwas „Laborluft“ schnuppern zu dürfen sehr geschätzt. Auch die „sehr persönliche“ Stimmung in den Praktikumsräumen und die fachkundige Betreuung durch die Lehrkräfte wurde von unseren Schülern sehr gelobt. Viele vertraten zur Freude der betreuenden Lehrkräfte die Ansicht, dass durch dieses Praktikum ihr Verständnis für das im Unterricht vermittelte Wissen deutlich vertieft und ihr Interesse an biotechnologisch- gentechnischen Verfahren geweckt wurde!
Der Dank der Fachschaft gilt vor allem den Mitarbeiterinnen des Lehrstuhls für Fachdidaktik Life Sciences der TUM School of Education, hier vor allem unseren langjährigen Ansprechpartnerinnen, Frau Dr. P. Schöppner und Frau E. Musiol, die für uns alle nötigen Materialien vorbereitet hatten. Zudem soll an dieser Stelle das AMGEN Biotech Experience (ABE) Bildungsprogramm genannt werden, ohne dessen großzügige finanzielle Unterstützung und Bereitstellung des sehr durchdachten, schulgerechten Equipments die Gelegenheit, das Gebiet der Biotechnologie praktisch zu erforschen, wohl kaum möglich wäre. Außerdem bedankt sich die Fachschaft Biologie bei der Schulleitung für die Möglichkeit, ein solches Praktikum trotz aller damit verbundenen Schwierigkeiten im Rahmen des „normalen“ Schulalltags anbieten zu dürfen und bei den Vertretungsplanern, die uns tatkräftig unterstützt haben.
Ein Riesenlob gilt unseren Schülerinnen und Schüler – für ihre absolute Disziplin, ihre Freude und ihr Interesse an der Sache sowie die familiäre Atmosphäre! Bei allem Stress – es hat nicht nur den Schülerinnen und Schülern, sondern auch den betreuenden Fachlehrkräften unglaublich viel Spaß gemacht!
Text: StDin Claudia Breutel-Egner










