Am Ende verabschiedete er sich von den Schülerinnen und Schülern mit dem hebräischen Gruß, der im Arabischen fast wortgleich lautet: „Shalom“ – „Salam“. Darin verbirgt sich im Judentum wie im Islam nicht nur der uralte Wunsch nach Frieden, sondern auch die Idee von Wohlergehen, Sicherheit und Schutz für die Menschen. Die Realität in Israel und Palästina ist seit dem verheerenden Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 eine ganz andere.
Ilan Katz, ein pensionierter Lehrer aus Israel, hat dies alles hautnah erlebt und berichtete den Schülern der 10. und 12. Jahrgangsstufe darüber. Insofern war es ein Augenzeugenbericht. Er suchte aber auch das Gespräch mit den jungen Menschen und ging kritischen Fragen nicht aus dem Weg. Das war Zeitgeschichte hautnah erlebt und zugleich eine besondere Unterrichtsstunde zum Verhältnis zweier Weltreligionen.
„Wie kann so etwas Barbarisches im 21. Jahrhundert passieren?“, fragt Katz und ließ die Geschichte Israels von der biblischen Zeit bis in die Gegenwart Revue passieren – einschließlich der Geschichte seiner Eltern und Kinder. Er zeigte auch zeigt auch einen erschütternden Dokumentarfilm über eine 15-jährige Jüdin, die darin den Überfall der Hamas auf ihren Kibbuz schildert. Sein Plädoyer für eine Zwei-Staaten-Lösung wurde anschließend intensiv diskutiert. Doch es ging bei den Fragen der Schüler auch um die Informationspolitik im Gazastreifen, die innenpolitische und wirtschaftliche Lage in Israel, die Rolle der USA und die religiösen Grundlagen der israelischen Verfassung. Ilan Katz verabschiedete sich mit dem Friedensgruß „Shalom“ und erklärte: „Wir Juden sagen ihn tausend Mal am Tag, aber wir wissen nicht mehr, wie Frieden schmeckt oder riecht.“










